Automic Automation execution-based License

Automic Automation execution-based License

Von Jonathan Koch
(Broadcom Knight für Automic Automation)

Broadcom hat das Lizenzmodell für Automic Automation grundlegend überarbeitet und vereinfacht. Die Lösung folgt nun einem modernen, ausführungsbasierten Ansatz und ersetzt das bisherige Modell. Dieser Artikel erklärt, wie das Lizenzmodell funktioniert, zeigt die Vorteile auf und gibt praktische Hinweise, wie Sie den größtmöglichen Nutzen erzielen. Außerdem erläutern wir, warum die Überwachung von Ausführungen hilfreich ist und wie Sie eine wirksame Monitoring-Strategie etablieren.

Ausführungsbasierte Lizenzierung verknüpft Kosten direkt mit dem geschäftlichen Mehrwert, da Gebühren von der erfolgreichen Ausführung automatisierter Jobs abhängen. Dieser Ansatz passt besser zu den heutigen Automationsanforderungen: Skalierung in hybriden Cloud-Umgebungen, Orchestrierung durchgängiger Geschäftsprozesse und das Hinauswachsen über traditionelle Batch-Workloads. Mit dem Fokus auf Workflows und API-getriebene Orchestrierung spiegelt er die Realität moderner Automationslandschaften wider.

Wie funktioniert das neue Lizenzmodell?

Die Lizenzgröße wird durch die Anzahl erfolgreicher Jobausführungen über alle Umgebungen hinweg bestimmt, einschließlich DEV und QA. Als Berechnungsgrundlage für die Lizenzgröße dient der Kalendermonat mit der höchsten Zahl an Ausführungen.

Eine detaillierte Übersicht:

Welche Jobs werden gezählt?

  • Alle Ausführungen der Typen JOBS und JOBF, die erfolgreich mit Status 1900 oder 1904 enden.
  • Ausgenommen sind Ausführungen mit den Agent-Typen AVALOAGENT oder BS2000, diese Agenten werden separat lizenziert.

Welche Umgebungen werden berücksichtigt?

  • Alle Ihre Umgebungen. Es gibt keine Trennung zwischen PROD, QA oder DEV.

Berechnung der Lizenzkosten

  • Die Ausführungen werden pro Monat gezählt.
  • Der Monat mit der höchsten Ausführungszahl im Jahr bildet die Grundlage für die Lizenzgröße.

Wie werden die Daten erfasst?

  • Über die Telemetrie-Funktion von Automic Automation. Sie sammelt die Daten und meldet diese an Broadcom.

Die Telemetrie-Funktion

Die Telemetrie-Funktion in Automic Automation unterstützt Anwender bei der Erfassung und Übermittlung lizenzrelevanter Statistiken.

Am besten greifen Sie über den Client 0 in der AWI auf die Telemetriedaten zu. Neben der Konfiguration sind dort auch die Telemetriedaten einsehbar. Die Daten können gefiltert und als CSV-Datei exportiert werden. Die Ausführungen werden nicht nach Client oder Applikation aufgeschlüsselt.

Die Erfassung erfolgt täglich und die Daten werden in der Datenbank gespeichert – die wichtigsten Informationen stehen in den Tabellen LAH und LAHD. Außerdem kann die aktuelle Übersicht der Ausführungen über die REST-Endpunkte abgerufen und angezeigt werden.

👉 Weitere Infos und Konfiguration: Telemetrie-Dokumentation
👉 REST-Endpunkte: API-Dokumentation

Quelle: API-Dokumentation von Broadcom

Herausforderungen

Das neue Modell erfordert eine präzisere Überwachung der Ausführungen:

  • Wo fallen die meisten Ausführungen an (welche Applikation)?

  • Wie viele Ausführungen entstehen insgesamt?

Es ist hilfreich, aktuelle Höchststände (High-Watermarks) zu definieren und zu überwachen. So lassen sich unerwartete Lizenzsteigerungen vermeiden, z. B. durch Entwicklungsfehler.

👉 Auf Basis dieser Daten können gezielte Optimierungen vorgenommen werden.

Chancen

Die Änderungen bringen auch einige wichtige Vorteile mit sich:

  • Lizenzkosten können fair auf Applikationen umgelegt werden.

  • Das Lizenzmodell wurde verschlankt und transparenter gestaltet.

  • Analysen decken Optimierungspotenziale in Workflows und Prozessen auf.

  • Bei einem späteren Wechsel auf Broadcom Automic SaaS lassen sich die Kosten vorauskalkulieren.

Monitoring und Analyse

Monitoring und Analyse sind der Schlüssel zur Optimierung Ihrer Umgebung. Sie erhalten einen schnellen Überblick über den aktuellen Gesamtstatus und erkennen, welche Applikationen den größten Einfluss haben.

Dies hilft, den Mehrwert pro Ausführung zu erhöhen und verhindert auch unnötige Lizenzvergrößerung z. B. durch Entwicklungsfehler. Zugleich ermöglicht es Ihnen, Kosten auf dieser Basis einfach Ihren Kunden zuzuordnen.

Wir haben eine eigene Lizenz-Reporting-Lösung entwickelt, um diese Herausforderung zu meistern. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne.

Key-Features:

  • Monatliches Reporting pro Client/Applikation ermöglichen.

  • Definition von Kunden und Zuschlüsselung an die jeweiligen Applikationen, um so zusätzliche Reports an den Applikationen zu versenden.

  • Validierung und Abgleich mit Telemetriedaten zur Qualitätssicherung.

  • Unterstützung von Schwellwertwarnungen (High-Watermarks), um Lizenzüberschreitungen zu vermeiden.

  • Individuell anpassbar (z. B. Mapping von Sub-Applikationen innerhalb eines Clients).

  • Funktioniert für die Reports auch ohne Retentionpolicy.

Tipps & Empfehlungen

Der Umstieg auf die ausführungsbasierte Lizenzierung ist einfach und eröffnet zusätzliche Vorteile. Nachfolgend finden Sie einige Empfehlungen, die bei diesem Prozess helfen.

  • Bewerten Sie regelmäßig die Ausführungsergebnisse, um unerwartete Änderungen bei den Ausführungen zu vermeiden.
    • Etablieren Sie kontinuierliches Monitoring und Alerting für dauerhafte Transparenz.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Kunden für die Auswirkungen höherer Ausführungszahlen.
  • Bei möglichen Optimierungen sollte das Kosten-Nutzen-Verhältnis stets berücksichtigt werden.
  • Identifizieren und optimieren Sie die Applikationen mit dem größten Einfluss.
  • Etablieren Sie interne Empfehlungen und Richtlinien und teilen Sie diese offen mit Ihren Applikationsteams. Zum Beispiel:
    • Erwägen Sie, ForEach-JOBPs bei Bedarf zu reduzieren. Asynchrone REST-Aufrufe benötigen kein ForEach-JOBP mit Polling mehr – der neue IG REST Agent verfügt über eine integrierte Polling-Funktion. In anderen Anwendungsfällen verwenden Sie einen Job, der die ForEach-Logik in eigenen Schleifen oder AE-Skript-Datensequenzen umsetzt. Die Anzahl der Jobausführungen innerhalb der Workflows wird dadurch deutlich optimiert.
    • Überprüfen Sie hochfrequente, zeitgesteuerte Workflows und deren Ausführungsintervalle, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Nicht selten ändern sich Anforderungen im Laufe der Zeit – hier entsteht Optimierungspotenzial.
    • Wandeln Sie dateigetriggerte Workflows nach Möglichkeit in Batch-Prozesse um und passen Sie deren Ausführungsfrequenz an die geschäftlichen Anforderungen an, um gleichzeitig die Effizienz zu steigern.

Fazit

Broadcoms ausführungsbasiertes Lizenzmodell sorgt für mehr Transparenz und vereinfacht die Lizenzierung, bringt aber auch neue Anforderungen mit sich. Wirksames Monitoring und Optimierung vermeiden unnötige Lizenzerweiterung.

Wenn Sie Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie mich oder mein Unternehmen setis GmbH. Wir unterstützen Sie bei der Implementierung des Lizenz-Monitorings sowie bei Prozessanalyse und Optimierung.

Über den Autor

Jonathan Koch ist Managing Consultant bei setis und wurde von Broadcom als Knight für Automic Automation ausgezeichnet. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Umsetzung komplexer Automatisierungsprojekte – mit einem besonderen Fokus auf die Anforderungen der Bankenbranche.