RISE with SAP & Automic

RISE with SAP & Automic:
Best Practices und Herausforderungen

Von Bernd Kaempf

Die Migration in die Cloud stellt viele Unternehmen vor die Frage, wie bestehende Prozesse und Werkzeuge in der neuen Infrastruktur weiter genutzt werden können. Besonders relevant ist das beim Einsatz von Automatisierungslösungen wie Automic Automation im Kontext von RISE with SAP – dem Cloud-Angebot von SAP für die Transformation hin zu einem intelligenten Unternehmen.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Möglichkeiten und Einschränkungen es beim Einsatz von Automic Automation im Umfeld von RISE with SAP gibt – und welche Best Practices sich bereits bewährt haben.

Greenfield-Szenario: SAP-Migration in die Cloud ohne bestehende Automatisierung

Wenn Unternehmen ihre SAP-Systeme neu in die Cloud bringen (Greenfield) und noch keine zentrale Jobsteuerung im Einsatz ist, kann Automic Automation gezielt als Orchestrierungslösung etabliert werden.

Da RISE with SAP keine Installation von Drittsoftware – und dazu zählt auch der SAP-Agent von Automic – auf den SAP-Systemen erlaubt, erfolgt der Datenaustausch typischerweise über standardisierte Protokolle wie SFTP. Diese Architektur ermöglicht einen klar getrennten Aufbau zwischen SAP und Automatisierungssystem und bildet eine solide Grundlage für die spätere Erweiterung.

Brownfield-Szenario: SAP-Migration mit bestehender Automic-Installation

In der Praxis migrieren viele Unternehmen ihre SAP-Landschaft schrittweise in die Cloud – und verfügen bereits über etablierte Automatisierungslösungen wie Automic Automation zur Steuerung von Geschäftsprozessen, SAP-Jobs und Dateiübertragungen.

Besonders verbreitet sind hier Automic JOBF-Jobs für Filetransfers zwischen SAP-Systemen und Drittsystemen. In der neuen RISE-Umgebung sind solche direkten Transfers jedoch problematisch, da auf den Cloud-Systemen keine Agenten oder andere Komponenten von Drittanbietern installiert werden dürfen.

Eine vollständige Umstellung auf SFTP-Transfers ist zwar möglich, jedoch mit erheblichem Zusatzaufwand verbunden – insbesondere bei umfangreichen, historisch gewachsenen Automatisierungslandschaften.

Best Practices: Fileshares als Brücke zwischen Automic und RISE with SAP

Ein erprobter Weg zur Integration besteht in der Nutzung von Fileshares, die auf Cloud-Seite gemountet und vom Automic-System angesprochen werden können. Zwei Varianten haben sich dabei als praktikabel erwiesen:

  1. On-Premises-Filesystem mit Mount in der Cloud
    Ein zentrales, lokales Dateisystem (z. B. NetApp) wird den SAP-Systemen in der Cloud als Fileshare zur Verfügung gestellt. So können Dateiübertragungen weiterhin zentral gesteuert werden.

  2. Cloudbasiertes Filesystem mit Mount durch Automic-Agent
    Ein cloudseitig bereitgestelltes zentrales Filesystem wird auf einem On-Premises-System mit installiertem Automic-Agent eingebunden. So kann Automic die Dateioperationen wie gewohnt steuern, ohne dass Software auf den RISE-Systemen installiert werden muss.

Beide Varianten ermöglichen den Weiterbetrieb bestehender Automatisierungsprozesse mit überschaubarem Anpassungsaufwand – und im Einklang mit den Vorgaben von SAP.

Fazit

Der Einsatz von Automic Automation in einer RISE with SAP-Umgebung ist möglich – aber an bestimmte technische und organisatorische Rahmenbedingungen gebunden. Insbesondere in Migrationsszenarien mit vorhandenen JOBF-Transfers empfiehlt sich frühzeitige Planung, um kostspielige und zeitintensive Umstellungen zu vermeiden.

Der Schlüssel liegt in einer Architektur, die bestehende Stärken von Automic Automation nutzt, ohne mit den Betriebsrichtlinien von RISE with SAP zu kollidieren – z. B. durch den Einsatz zentraler Fileshares oder durch die Kombination mit standardisierten Schnittstellen.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre SAP- und Automatisierungsstrategie zukunftssicher zu gestalten – sprechen Sie uns an.

Über den Autor

Bernd Kaempf ist Principal Consultant und Teamleiter Managed Services bei setis.
Seine Schwerpunkte sind die Automatisierung komplexer IT-Prozesse mit Automic Automation, die Integration heterogener Systemlandschaften sowie die praxisnahe Beratung im laufenden Betrieb. Einen besonderen Fokus bildet dabei die Orchestrierung SAP-naher Prozesse und deren Einbindung in übergreifende Automatisierungskonzepte.