Category Archives: Allgemein

Erkenntnisse aus dem KI-Workshop 2026: Vom Bewusstsein zur Handlungsfähigkeit der KI

Erkenntnisse aus dem KI-Workshop 2026:
Vom Bewusstsein zur Handlungsfähigkeit der KI
Von Sirko Weise

Die Neugier auf das 'Gehirn' der Maschine

In den letzten Jahren hat sich die Künstliche Intelligenz in einer Geschwindigkeit entwickelt, die selbst erfahrene Strategen überrascht hat. Was einst als spielerisches Experimentieren mit Textfenstern begann, hat sich im Jahr 2026 durch Modelle von GPT, Gemini oder Claude zu einem präzisen Hochleistungswerkzeug transformiert. Doch während der Markt von immer neuen Versionen geflutet wird, stellt sich für uns eine strategisch entscheidende Frage: Was unterscheidet eine bloß „kluge“ Antwort von einer KI-Lösung, die in der komplexen Unternehmensarchitektur echten Mehrwert stiftet? Der KI-Workshop bei setis diente als Navigator durch diesen technologischen Nebel. Es geht heute nicht mehr nur darum, dass die Maschine reagiert, sondern darum, wie wir ihre internen Mechanismen beherrschen, um sie vom digitalen Spielzeug zum verlässlichen Business-Partner zu entwickeln.

Erkenntnis 1:

LLMs haben kein Bewusstsein. Und das ist ihre Stärke!

Ein professioneller Umgang mit Large Language Models (LLMs) beginnt mit der Entmystifizierung: Ein LLM ist darauf trainiert, menschliche Sprache zu antizipieren, doch es agiert ohne jedes Bewusstsein oder echtes „Verständnis“ für die Welt. Die Leistungsfähigkeit dieser Modelle beruht auf statistischer Wahrscheinlichkeit, nicht auf kognitiver Einsicht.

Für professionelle Anwender ist dieses Wissen essenziell, um das Risiko von Halluzinationen zu managen. Wenn Modelle keine Fakten finden, erfinden sie diese oft mit bestechender Eloquenz. Strategisch betrachtet ist die Abwesenheit von Bewusstsein jedoch ein massiver Vorteil: Die KI arbeitet rein logisch-strukturell auf Basis der Trainingsdaten, frei von menschlichen Emotionen oder Voreingenommenheit. Diese Objektivität erlaubt es uns, KI als hocheffiziente Sortiermaschine für Informationen zu nutzen, solange wir die Grenzen der statistischen Wahrheit kennen.

KI ist ein Bereich der Informatik, der sich mit der Entwicklung intelligenter Maschinen befasst… für die normalerweise menschliche Intelligenz erforderlich ist.“

Erkenntnis 2:

Die Einstellschrauben der Kreativität (Temperatur & Co.)

Wir sind heute weit davon entfernt, LLMs als Blackbox zu betrachten. Vielmehr nutzen wir präzise „Einstellschrauben“ Modell-Parameter, die als interne Werte während des Trainings gelernt werden, um zu entscheiden, wie das System auf Prompts reagieren soll.

  • Temperatur: Steuert das Maß an Zufall. Eine niedrige Temperatur liefert sachlich-logische Ergebnisse für technische Dokumentationen, während eine hohe Temperatur den Raum für kreative, fantasievolle Ansätze öffnet.
  • Top-p & Top-k: Diese Parameter limitieren die Wortauswahl (Tokens) basierend auf kumulativen Wahrscheinlichkeiten. Niedrige Werte führen zu präzisen, kompakten Antworten, hohe Werte zu einer abwechslungsreichen, umfangreichen Variabilität.

Diese Feinjustierung der „Halluzinations-Wahrscheinlichkeit“ ist es, was KI-Anwendungen im Jahr 2026 für den Unternehmenseinsatz erst revisionssicher macht. Wir steuern die Kreativität der Maschine exakt nach dem Bedarf des Use Case.

Erkenntnis 3:

RAG – Die Brücke zwischen Weltwissen und Firmengeheimnissen

Standard-Modelle leiden unter dem „Wissens-Cut-off“. Sie wissen nichts über die Zeit nach ihrem Training oder über interne Firmengeheimnisse. Hier ist RAG (Retrieval-Augmented Generation) der entscheidende Gamechanger. Es verbindet das allgemeine Sprachverständnis mit exklusiven Daten, wie wir sie z.B. im setis Wiki pflegen.

Der Prozess ist dreistufig:

  1. Retrieve: Gezielte Suche in internen PDFs, Wikis oder Datenbanken.
  2. Augment: Diese Fakten werden dem User-Prompt als Kontext beigefügt.
  3. Generate: Die Antworterzeugung basiert nun auf exklusiven Fakten statt auf bloßer Vermutung.

RAG minimiert die Fehlerquote drastisch und macht die KI zum Experten für unser eigenes, privates Firmenwissen.

Erkenntnis 4:

Vom Chatbot zum Agenten – Das Model Context Protocol (MCP)

Der radikalste Sprung im Jahr 2026 ist der Übergang von der reinen Textausgabe zur echten Handlungsfähigkeit. Das Model Context Protocol (MCP) fungiert dabei als das „Bindegewebe“ zwischen dem Sprachmodell und externen Software-Tools oder Datenquellen.

Während ein Chatbot nur Lösungen vorschlagen kann, führen autonome KI-Agenten Aufgaben eigenständig aus. Sie nutzen das MCP, um ohne ständige Prompts für jeden Zwischenschritt direkt mit Systemen zu interagieren. Der Prozess folgt einer klaren Logik:

  • Tool registrieren: Die Fähigkeiten der Software-Schnittstellen werden dem Modell bekannt gemacht.
  • Tool aufrufen: Das LLM entscheidet autonom, welches Werkzeug für die Problemlösung nötig ist.
  • Ergebnis nutzen: Die Rückmeldung des Tools wird direkt in den Arbeitskontext integriert.

Fazit:

Der Blick nach vorn – Werkzeug oder Kollege?

Die Ära von LLaMA 4 (in den Varianten Scout & Maverick) und Gemini 3 markiert den endgültigen Wendepunkt: Wir verlassen das Zeitalter des einfachen Prompt-Engineerings und treten in die Phase der agentenbasierten Orchestrierung ein. Mit Frameworks wie spring-ai können setis-Entwickler diese Agenten direkt in die Java-Infrastruktur einbetten und so Handlungsfähigkeit skalieren. Es geht 2026 nicht mehr nur um kluge Antworten, sondern um die automatisierte Ausführung komplexer Workflows.

Über den Autor

Sirko Weise ist Senior Consultant bei setis und beschäftigt sich neben seiner Arbeit in der Entwicklung komplexer, Java-basierter Enterprise-Plattformen mit der Integration generativer KI in bestehende IT-Landschaften. Dabei untersucht er insbesondere, wie sich Large Language Models mit vorhandenen Anwendungen, Datenquellen und Automatisierungsplattformen verbinden lassen.

Success Story: Migration der Automic Automation-Datenbank von Oracle nach PostgreSQL

Success Story:
Migration der Automic Automation-Datenbank von Oracle nach PostgreSQL
Von Christian Böck

Die Datenbank ist das Fundament jeder Automic-Automation-Umgebung. Performance, Stabilität und Betriebskosten hängen maßgeblich von ihr ab. In vielen Unternehmen kommt traditionell Oracle zum Einsatz – ein etabliertes, aber lizenz- und ressourcenintensives Produkt.

In einem aktuellen Projekt hat die setis GmbH einen Kunden dabei unterstützt, seine Automic-Datenbank von Oracle nach PostgreSQL zu migrieren – und damit gleich mehrere Ziele erreicht:

  • Kosten gesenkt
  • Cloud-Readiness hergestellt
  • die Open-Source-Strategie des Unternehmens umgesetzt

Ausgangslage

Die bestehende Oracle-Datenbank verursachte hohe Lizenzkosten, erforderte immer leistungsstärkere Hardware und trieb auch den Speicherbedarf für Backups in die Höhe. Parallel dazu hatte sich das Unternehmen strategisch für den stärkeren Einsatz von Open Source entschieden.

Vor diesem Hintergrund beriet setis den Kunden bereits im Entscheidungsprozess: Welche Alternativen sind möglich? Welche Auswirkungen hat eine Migration auf Betrieb und Kosten? Wie lässt sich Automic zukunftssicher betreiben? Die Analyse führte zu einer klaren Entscheidung: PostgreSQL als Datenbankplattform.

Vorgehen

Die Umsetzung folgte einem strukturierten, mehrstufigen Ansatz:

  • Analyse der bestehenden Automic-Umgebung, Abhängigkeiten und Datenbestände
  • Migrationskonzept mit Tools, Zeitplan und Anpassungen (z. B. Monitoring, SQL-Skripte, Berechtigungskonzept)
  • Aufbau neuer Umgebungen für Test und Produktion
  • Testmigration mit Validierung aller Funktionen
  • Produktionsmigration in enger Abstimmung mit den Teams und Dienstleistern des Kunden
  • Abschaltung der Altumgebung und Aktualisierung der Dokumentation

Ergebnis

Die Migration verlief reibungslos und ohne Unterbrechung der Automatisierungsprozesse. Der Kunde profitierte unmittelbar von:

  • Wegfall der Oracle-Lizenzen und deutlicher Reduktion der Infrastrukturkosten
  • Geringeren Ressourcenanforderungen von PostgreSQL, insbesondere bei Storage und Backups
  • Cloud-Readiness und besserer Integrationsfähigkeit in moderne Plattformen
  • Strategischer Zukunftsfähigkeit durch die konsequente Umsetzung der Open-Source-Strategie

Erfolgsfaktoren

Besonders wichtig für den Erfolg waren:

  • die frühzeitige Einbeziehung von setis bereits im Entscheidungsprozess,
  • eine saubere Testmigration zur Absicherung der Produktivumstellung,
  • sowie die enge Zusammenarbeit zwischen allen Beteiligten.

Dadurch konnte aus einer technisch anspruchsvollen Aufgabe ein reibungsloser Modernisierungsschritt werden.

Fazit

Die Migration von Automic Automation von Oracle nach PostgreSQL zeigt, dass sich technische Modernisierung und strategische Ziele verbinden lassen: Kosten senken, Komplexität reduzieren und die Weichen für die Cloud stellen.

Mit seiner Erfahrung in Automatisierungsprojekten begleitet setis Kunden nicht nur in der Umsetzung, sondern auch bereits in der Entscheidungs- und Planungsphase – und sorgt so dafür, dass Migrationen nicht nur funktionieren, sondern echten Mehrwert liefern.

Über den Autor

Christian Böck ist Managing Consultant bei setis und Broadcom Certified Expert für Automic Automation. Mit langjähriger Erfahrung in Automatisierungsprojekten, vor allem im Banken- und Finanzumfeld, unterstützt er Kunden bei Architekturfragen, Migrationen und dem Betrieb komplexer Umgebungen. Darüber hinaus ist er als Trainer für Automic Automation tätig und führt regelmäßig Schulungen für Kunden durch.

Vortrag zur Automatisierung geschäftskritischer Prozesse – Herausforderung Banken Ultimo

Vortrag zur Automatisierung geschäftskritischer Prozesse -
Herausforderung Banken Ultimo

Wie lassen sich kritische Geschäftsprozesse im Automatisierungsumfeld zuverlässig abbilden und überwachen?

Auf dem AI & Automation Summit 2025 in Frankfurt haben wir genau diese Fragen beleuchtet.
In unserem Vortrag zeigen wir,

  • warum geschäftskritische Prozesse wie der Banken-Ultimo so sensibel sind,

  • welche Herausforderungen klassische Ansätze an ihre Grenzen bringen,

  • und wie sich mit Automatisierung Transparenz und Stabilität schaffen lassen.

Im Ausblick werfen wir zudem einen Blick auf die Rolle, die KI schon bald im Abschlussprozess spielen kann.

Hier geht’s zum Vortrag:

Sie möchten mehr darüber erfahren, wie Sie Ihre eigenen Abschlussprozesse zukunftssicher automatisieren können?

Dann sprechen Sie uns an – unsere Experten zeigen Ihnen, wie Automatisierung und KI auch in Ihrem Umfeld Mehrwert schaffen.

Jonathan Koch

  • jonathan.koch@setis.com

setis GmbH

  • +49 (6151) 8289-800
  • info@setis.com
  • setis GmbH
    Mina-Rees-Str. 6
    D-64295 Darmstadt

Automic Automation execution-based License

Automic Automation execution-based License

Von Jonathan Koch
(Broadcom Knight für Automic Automation)

Broadcom hat das Lizenzmodell für Automic Automation grundlegend überarbeitet und vereinfacht. Die Lösung folgt nun einem modernen, ausführungsbasierten Ansatz und ersetzt das bisherige Modell. Dieser Artikel erklärt, wie das Lizenzmodell funktioniert, zeigt die Vorteile auf und gibt praktische Hinweise, wie Sie den größtmöglichen Nutzen erzielen. Außerdem erläutern wir, warum die Überwachung von Ausführungen hilfreich ist und wie Sie eine wirksame Monitoring-Strategie etablieren.

Ausführungsbasierte Lizenzierung verknüpft Kosten direkt mit dem geschäftlichen Mehrwert, da Gebühren von der erfolgreichen Ausführung automatisierter Jobs abhängen. Dieser Ansatz passt besser zu den heutigen Automationsanforderungen: Skalierung in hybriden Cloud-Umgebungen, Orchestrierung durchgängiger Geschäftsprozesse und das Hinauswachsen über traditionelle Batch-Workloads. Mit dem Fokus auf Workflows und API-getriebene Orchestrierung spiegelt er die Realität moderner Automationslandschaften wider.

Wie funktioniert das neue Lizenzmodell?

Die Lizenzgröße wird durch die Anzahl erfolgreicher Jobausführungen über alle Umgebungen hinweg bestimmt, einschließlich DEV und QA. Als Berechnungsgrundlage für die Lizenzgröße dient der Kalendermonat mit der höchsten Zahl an Ausführungen.

Eine detaillierte Übersicht:

Welche Jobs werden gezählt?

  • Alle Ausführungen der Typen JOBS und JOBF, die erfolgreich mit Status 1900 oder 1904 enden.
  • Ausgenommen sind Ausführungen mit den Agent-Typen AVALOAGENT oder BS2000, diese Agenten werden separat lizenziert.

Welche Umgebungen werden berücksichtigt?

  • Alle Ihre Umgebungen. Es gibt keine Trennung zwischen PROD, QA oder DEV.

Berechnung der Lizenzkosten

  • Die Ausführungen werden pro Monat gezählt.
  • Der Monat mit der höchsten Ausführungszahl im Jahr bildet die Grundlage für die Lizenzgröße.

Wie werden die Daten erfasst?

  • Über die Telemetrie-Funktion von Automic Automation. Sie sammelt die Daten und meldet diese an Broadcom.

Die Telemetrie-Funktion

Die Telemetrie-Funktion in Automic Automation unterstützt Anwender bei der Erfassung und Übermittlung lizenzrelevanter Statistiken.

Am besten greifen Sie über den Client 0 in der AWI auf die Telemetriedaten zu. Neben der Konfiguration sind dort auch die Telemetriedaten einsehbar. Die Daten können gefiltert und als CSV-Datei exportiert werden. Die Ausführungen werden nicht nach Client oder Applikation aufgeschlüsselt.

Die Erfassung erfolgt täglich und die Daten werden in der Datenbank gespeichert – die wichtigsten Informationen stehen in den Tabellen LAH und LAHD. Außerdem kann die aktuelle Übersicht der Ausführungen über die REST-Endpunkte abgerufen und angezeigt werden.

👉 Weitere Infos und Konfiguration: Telemetrie-Dokumentation
👉 REST-Endpunkte: API-Dokumentation

Quelle: API-Dokumentation von Broadcom

Herausforderungen

Das neue Modell erfordert eine präzisere Überwachung der Ausführungen:

  • Wo fallen die meisten Ausführungen an (welche Applikation)?

  • Wie viele Ausführungen entstehen insgesamt?

Es ist hilfreich, aktuelle Höchststände (High-Watermarks) zu definieren und zu überwachen. So lassen sich unerwartete Lizenzsteigerungen vermeiden, z. B. durch Entwicklungsfehler.

👉 Auf Basis dieser Daten können gezielte Optimierungen vorgenommen werden.

Chancen

Die Änderungen bringen auch einige wichtige Vorteile mit sich:

  • Lizenzkosten können fair auf Applikationen umgelegt werden.

  • Das Lizenzmodell wurde verschlankt und transparenter gestaltet.

  • Analysen decken Optimierungspotenziale in Workflows und Prozessen auf.

  • Bei einem späteren Wechsel auf Broadcom Automic SaaS lassen sich die Kosten vorauskalkulieren.

Monitoring und Analyse

Monitoring und Analyse sind der Schlüssel zur Optimierung Ihrer Umgebung. Sie erhalten einen schnellen Überblick über den aktuellen Gesamtstatus und erkennen, welche Applikationen den größten Einfluss haben.

Dies hilft, den Mehrwert pro Ausführung zu erhöhen und verhindert auch unnötige Lizenzvergrößerung z. B. durch Entwicklungsfehler. Zugleich ermöglicht es Ihnen, Kosten auf dieser Basis einfach Ihren Kunden zuzuordnen.

Wir haben eine eigene Lizenz-Reporting-Lösung entwickelt, um diese Herausforderung zu meistern. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne.

Key-Features:

  • Monatliches Reporting pro Client/Applikation ermöglichen.

  • Definition von Kunden und Zuschlüsselung an die jeweiligen Applikationen, um so zusätzliche Reports an den Applikationen zu versenden.

  • Validierung und Abgleich mit Telemetriedaten zur Qualitätssicherung.

  • Unterstützung von Schwellwertwarnungen (High-Watermarks), um Lizenzüberschreitungen zu vermeiden.

  • Individuell anpassbar (z. B. Mapping von Sub-Applikationen innerhalb eines Clients).

  • Funktioniert für die Reports auch ohne Retentionpolicy.

Tipps & Empfehlungen

Der Umstieg auf die ausführungsbasierte Lizenzierung ist einfach und eröffnet zusätzliche Vorteile. Nachfolgend finden Sie einige Empfehlungen, die bei diesem Prozess helfen.

  • Bewerten Sie regelmäßig die Ausführungsergebnisse, um unerwartete Änderungen bei den Ausführungen zu vermeiden.
    • Etablieren Sie kontinuierliches Monitoring und Alerting für dauerhafte Transparenz.
  • Sensibilisieren Sie Ihre Kunden für die Auswirkungen höherer Ausführungszahlen.
  • Bei möglichen Optimierungen sollte das Kosten-Nutzen-Verhältnis stets berücksichtigt werden.
  • Identifizieren und optimieren Sie die Applikationen mit dem größten Einfluss.
  • Etablieren Sie interne Empfehlungen und Richtlinien und teilen Sie diese offen mit Ihren Applikationsteams. Zum Beispiel:
    • Erwägen Sie, ForEach-JOBPs bei Bedarf zu reduzieren. Asynchrone REST-Aufrufe benötigen kein ForEach-JOBP mit Polling mehr – der neue IG REST Agent verfügt über eine integrierte Polling-Funktion. In anderen Anwendungsfällen verwenden Sie einen Job, der die ForEach-Logik in eigenen Schleifen oder AE-Skript-Datensequenzen umsetzt. Die Anzahl der Jobausführungen innerhalb der Workflows wird dadurch deutlich optimiert.
    • Überprüfen Sie hochfrequente, zeitgesteuerte Workflows und deren Ausführungsintervalle, um sicherzustellen, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Nicht selten ändern sich Anforderungen im Laufe der Zeit – hier entsteht Optimierungspotenzial.
    • Wandeln Sie dateigetriggerte Workflows nach Möglichkeit in Batch-Prozesse um und passen Sie deren Ausführungsfrequenz an die geschäftlichen Anforderungen an, um gleichzeitig die Effizienz zu steigern.

Fazit

Broadcoms ausführungsbasiertes Lizenzmodell sorgt für mehr Transparenz und vereinfacht die Lizenzierung, bringt aber auch neue Anforderungen mit sich. Wirksames Monitoring und Optimierung vermeiden unnötige Lizenzerweiterung.

Wenn Sie Unterstützung benötigen, kontaktieren Sie mich oder mein Unternehmen setis GmbH. Wir unterstützen Sie bei der Implementierung des Lizenz-Monitorings sowie bei Prozessanalyse und Optimierung.

Über den Autor

Jonathan Koch ist Managing Consultant bei setis und wurde von Broadcom als Knight für Automic Automation ausgezeichnet. Er verfügt über langjährige Erfahrung in der Umsetzung komplexer Automatisierungsprojekte – mit einem besonderen Fokus auf die Anforderungen der Bankenbranche.

RISE with SAP & Automic

RISE with SAP & Automic:
Best Practices und Herausforderungen
Von Bernd Kaempf

Die Migration in die Cloud stellt viele Unternehmen vor die Frage, wie bestehende Prozesse und Werkzeuge in der neuen Infrastruktur weiter genutzt werden können. Besonders relevant ist das beim Einsatz von Automatisierungslösungen wie Automic Automation im Kontext von RISE with SAP – dem Cloud-Angebot von SAP für die Transformation hin zu einem intelligenten Unternehmen.

In diesem Beitrag zeigen wir, welche Möglichkeiten und Einschränkungen es beim Einsatz von Automic Automation im Umfeld von RISE with SAP gibt – und welche Best Practices sich bereits bewährt haben.

Greenfield-Szenario: SAP-Migration in die Cloud ohne bestehende Automatisierung

Wenn Unternehmen ihre SAP-Systeme neu in die Cloud bringen (Greenfield) und noch keine zentrale Jobsteuerung im Einsatz ist, kann Automic Automation gezielt als Orchestrierungslösung etabliert werden.

Da RISE with SAP keine Installation von Drittsoftware – und dazu zählt auch der SAP-Agent von Automic – auf den SAP-Systemen erlaubt, erfolgt der Datenaustausch typischerweise über standardisierte Protokolle wie SFTP. Diese Architektur ermöglicht einen klar getrennten Aufbau zwischen SAP und Automatisierungssystem und bildet eine solide Grundlage für die spätere Erweiterung.

Brownfield-Szenario: SAP-Migration mit bestehender Automic-Installation

In der Praxis migrieren viele Unternehmen ihre SAP-Landschaft schrittweise in die Cloud – und verfügen bereits über etablierte Automatisierungslösungen wie Automic Automation zur Steuerung von Geschäftsprozessen, SAP-Jobs und Dateiübertragungen.

Besonders verbreitet sind hier Automic JOBF-Jobs für Filetransfers zwischen SAP-Systemen und Drittsystemen. In der neuen RISE-Umgebung sind solche direkten Transfers jedoch problematisch, da auf den Cloud-Systemen keine Agenten oder andere Komponenten von Drittanbietern installiert werden dürfen.

Eine vollständige Umstellung auf SFTP-Transfers ist zwar möglich, jedoch mit erheblichem Zusatzaufwand verbunden – insbesondere bei umfangreichen, historisch gewachsenen Automatisierungslandschaften.

Best Practices: Fileshares als Brücke zwischen Automic und RISE with SAP

Ein erprobter Weg zur Integration besteht in der Nutzung von Fileshares, die auf Cloud-Seite gemountet und vom Automic-System angesprochen werden können. Zwei Varianten haben sich dabei als praktikabel erwiesen:

  1. On-Premises-Filesystem mit Mount in der Cloud
    Ein zentrales, lokales Dateisystem (z. B. NetApp) wird den SAP-Systemen in der Cloud als Fileshare zur Verfügung gestellt. So können Dateiübertragungen weiterhin zentral gesteuert werden.

  2. Cloudbasiertes Filesystem mit Mount durch Automic-Agent
    Ein cloudseitig bereitgestelltes zentrales Filesystem wird auf einem On-Premises-System mit installiertem Automic-Agent eingebunden. So kann Automic die Dateioperationen wie gewohnt steuern, ohne dass Software auf den RISE-Systemen installiert werden muss.

Beide Varianten ermöglichen den Weiterbetrieb bestehender Automatisierungsprozesse mit überschaubarem Anpassungsaufwand – und im Einklang mit den Vorgaben von SAP.

Fazit

Der Einsatz von Automic Automation in einer RISE with SAP-Umgebung ist möglich – aber an bestimmte technische und organisatorische Rahmenbedingungen gebunden. Insbesondere in Migrationsszenarien mit vorhandenen JOBF-Transfers empfiehlt sich frühzeitige Planung, um kostspielige und zeitintensive Umstellungen zu vermeiden.

Der Schlüssel liegt in einer Architektur, die bestehende Stärken von Automic Automation nutzt, ohne mit den Betriebsrichtlinien von RISE with SAP zu kollidieren – z. B. durch den Einsatz zentraler Fileshares oder durch die Kombination mit standardisierten Schnittstellen.

Gerne unterstützen wir Sie dabei, Ihre SAP- und Automatisierungsstrategie zukunftssicher zu gestalten – sprechen Sie uns an.

Über den Autor

Bernd Kaempf ist Principal Consultant und Teamleiter Managed Services bei setis.
Seine Schwerpunkte sind die Automatisierung komplexer IT-Prozesse mit Automic Automation, die Integration heterogener Systemlandschaften sowie die praxisnahe Beratung im laufenden Betrieb. Einen besonderen Fokus bildet dabei die Orchestrierung SAP-naher Prozesse und deren Einbindung in übergreifende Automatisierungskonzepte.